Es gibt tausend Krankheiten, aber nur eine Gesundheit.

arthur schoppenhauer

 

Ultraschall/Pränataldiagnostik

Ultraschall ist eine unbelastende Methode, mit der die Organe des kleinen Beckens der Frau oder die Brustdrüse dargestellt werden können. Sie ist somit oft eine sinnvolle Ergänzung der gynäkologischen Routineuntersuchung und ein wichtiges diagnostisches Instrument. Ultraschall ist zudem die einzige Methode, mit der das ungeborene Kind im Mutterleib beobachtet resp. betrachtet werden kann.

Die Pränataldiagnostik, dient dem Nachweis, dass das Kind lebt und am richtigen Ort in der Gebärmutter liegt, zur Festlegung des Schwangerschaftsalters und somit des rechnerischen Geburtstermins, zum Ausschluss von Fehlbildungen des Kindes und zum Erkennen von möglichen genetischen Störungen durch spezifische Auffälligkeiten bei der vorgeburtlichen Ultraschalluntersuchung und deren Abklärung.

Gynäkologische Ultraschalluntersuchung

Untersuchung von Organen im kleinen Becken. Abklärung bei Veränderungen oder Erkrankungen dieser Organe wie Blutungsstörungen in den Wechseljahren oder nach der Menopause, Myome, Zysten oder Tumore des Eierstocks, Verdacht auf Krebserkrankung dieser Organe. Abklärung bei Blutungen in der Früh-Schwangerschaft und bei Fehlgeburt..

Geburtshilfliche Ultraschalluntersuchung

Die Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft als ein wesentlicher Teil der Pränataldiagnostik dienen dem Nachweis, dass das Kind lebt und am richtigen Ort in der Gebärmutter liegt, zur Festlegung des Schwangerschaftsalters und somit des rechnerischen Geburtstermins, zum Ausschluss grober Missbildungen des Kindes.
Als möglichen Nutzen der Untersuchungen gelten die Vermeidung von unnötigen Schwangerschaftskontrollen und Hospitalisationen, die Vermeidung von unnötigen Geburtseinleitungen, die Senkung der Komplikationen bei Mehrlingen, das frühzeitige Erfassen von Kindern mit Wachstumsstörungen und Fehlbildungen, der Abbau von Ängsten und Unsicherheit bei den Eltern. Ultraschall ist eine unbelastende Methode, mit der die Organe des kleinen Beckens der Frau dargestellt werden können. Sie ist somit oft eine sinnvolle Ergänzung der gynäkologischen Routineuntersuchung in der Schwangerschaft und ein wichtiges diagnostisches Instrument.
Ultraschall ist neben der Kernspintomographie die einzige Methode, mit der das ungeborene Kind im Mutterleib beobachtet respektive  betrachtet werden kann. Diese Methode wird seit über vierzig Jahren angewandt. Bis jetzt wurde nie ein direkter schädigender Einfluss  auf das Kind oder die Mutter nachgewiesen.

Es ist bekannt, dass die Wahrscheinlichkeit für einige Chromosomenstörungen (z.B. das Down-Syndrom) beim Ungeborenen mit dem Alter der Mutter ansteigt. Diese Erkrankungen können aber auch bei Kindern jüngerer Frauen auftreten. Wenn Sie wissen möchten, ob Sie zu den Frauen gehören, bei denen ein erhöhtes Risiko besteht, erfassen wir während der Untersuchung zusätzliche Faktoren. Aus diesen können wir die Wahrscheinlichkeit berechnen, mit der Ihr Kind von einer Chromosomenstörung betroffen ist.

Aus folgenden Faktoren berechnen wir Ihr persönliches Risiko (zum Zeitpunkt der Untersuchung):
 

  • Das genaue Alter der Schwangerschaft
  • vorangegangene Schwangerschaften mit Chromosomenstörungen
  • die Breite der Nackentransparenz des Ungeborenen
  • die Konzentration des Eiweißstoffs PAPP-A und des Schwangerschaftshormons freies beta-HCG im mütterlichen Blut
  • die Darstellbarkeit des kindlichen Nasenbeins


Zusätzlich wird Ihre ethnische Herkunft berücksichtigt und, ob die Schwangerschaft spontan oder nach einer Sterilitätsbehandlung entstanden ist. Das ermittelte Risiko wird als Verhältniszahl angegeben. Zum Beispiel bedeutet ein Risiko für ein Down-Syndrom von 1 : 500, dass von 500 Schwangeren mit demselben Risiko eine Frau ein Kind mit Down-Syndrom bekommt. Im Vergleich mit Ihrem reinen Altersrisiko (siehe Tabelle) können Sie dann Ihr Ergebnis einordnen.

Die Entdeckungsrate für das Down-Syndrom durch die Wahrscheinlichkeitsberechnung nimmt mit steigender Anzahl der einbezogenen Faktoren zu. Bezieht man demnach Alter, mütterliche Blutwerte und die Nackentransparenz in die Risikoberechnung ein, so entdeckt man bis zu 90% aller Schwangerschaften mit Down-Syndrom.
 

Erstes Ultraschallscreening (11-13 Schwangerschaftswochen). Diese Untersuchung soll folgende Fragen beantworten:

 

  • Ort der Einnistung der Frucht
  • Anzahl Kinder
  • Grösse und Vitalität des Kindes
  • Schwangerschaftsalter und Geburtstermin
  • Ausschluss eines Nackenödems
  • Überprüfung der Körpergestalt
  • Eiigkeit bei Mehrlingen

 

Zweites Ultraschallscreening (20-23 Schwangerschaftswochen). Es werden folgende Details beurteilt:

 

  • Lage des Kindes
  • Grösse des Kindes (Kopfdurchmesser, Bauchdurchmesser und -umfang, Oberschenkellänge)
  • Gehirnstrukturen
  • Gesicht
  • Skelett (alle vier Extremitäten, Wirbelsäule)
  • Organe (Leber, Lunge, Nieren, Blase, Magen, Darm, Herz)
  • Bewegungen des Kindes
  • Sitz und Aussehen von Mutterkuchen (Plazenta) und Nabelschnur
  • Fruchtwassermenge

Ev. Weitere Ultraschalluntersuchung (28-32 Schwangerschaftswochen). Diese wird zur Beantwortung folgender Fragen durchgeführt:

 

  • Zeitgerechtes Wachstum
  • Lage des Kindes
  • Fruchtwassermenge
  • Lage des Mutterkuchens
  • Zustand des Kindes bei Komplikationen der Schwangerschaft (ev. Dopplersonographie)

Dopplersonographie

Die Dopplersonographie ist eine besondere Methode der Ultraschalluntersuchung, bei der die Durchblutung in kindlichen oder mütterlichen Gefässen gemessen wird. Dadurch erhält man Hinweise auf die Kreislaufsituation des Kindes. Diese zusätzliche Information erlaubt es insbesondere bei Risikoschwangerschaften, das Wohlbefinden des Kindes besser einzuschätzen.

Die Untersuchung kann in folgenden Situationen sinnvoll sein:

  • Kindliche Wachstumsstörungen
  • Schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck der Mutter
  • Bei Fehlbildungen
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • Schwangerschaftsdiabetes

Pränataldiagnostik

1. Trimester–Test

Im Mittelpunkt des Ersttrimester-Screenings steht eine umfassende Ultraschalluntersuchung. Bei guten Untersuchungsbedingungen können wir auf Details der kindlichen Entwicklung und Organe eingehen und bereits zahlreiche organische Fehlbildungen ausschließen. Sie erhalten somit zu einem frühen Schwangerschaftszeitpunkt viele Informationen über die Entwicklung Ihres Kindes.Der 1. Trimester-Test dient als Screening-Untersuchung, um das Risiko eines Kindes mit einem Chromosomenfehler (z.B. Trisomie 21 oder Down Syndrom) abzuschätzen. Er kann nur in der Schwangerschaftsperiode zwischen 11+1 und 13+6 Wochen durchgeführt werden. Dem Test muss eine ausführliche Beratung vorausgehen und die schwangere Frau resp. das Paar muss sich über die möglichen Ergebnisse im Klaren sein. Bei auffälligem Resultat wird eine weiterführende Diagnostik im Detail besprochen (Fruchtwasserpunktion oder Chorionzotten-Biopsie).

Für den Test wird der Mutter Blut abgenommen zur Bestimmung eines Hormons (ß-hCG) und eines schwangerschaftsspezifischen Eiweisses (PAPP-A). Im Ultraschall wird die Nackentransparenz des Kindes gemessen. Zur Risikoabschätzung für das Vorliegen einer Chromosomenstörung wird mittels Ultraschall die sogenannte Nackentransparenz  des Ungeborenen (auch Nackenfalte oder NT für „nuchal translucency") gemessen. Diese Struktur ist grundsätzlich bei allen Feten im genannten Untersuchungszeitraum zu sehen. Ist die NT jedoch verbreitert, steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung Ihres Kindes. Blutabnahme und Messung der Nackentransparenz müssen am selben Tag erfolgen.

Zusammen mit dem Alter der Schwangeren fliessen die drei Messergebnisse in die Risikoberechnung ein.

Altersrisiko für Down-Syndrom (bei einer 12 Wochen alten Schwangerschaft). Mütterliches Alter

20 Jahre 1 :1068

25 Jahre 1 : 946

30 Jahre 1 : 626

32 Jahre 1 : 461

34 Jahre 1 : 312

36 Jahre 1 : 196

38 Jahre 1 : 117

40 Jahre 1 : 68

44 Jahre 1 : 21

Die Entdeckungsrate für das Down-Syndrom durch die Wahrscheinlichkeitsberechnung nimmt mit steigender Anzahl der einbezogenen Faktoren zu. Bezieht man demnach Alter, mütterliche Blutwerte und die Nackentransparenz in die Risikoberechnung ein, so entdeckt man bis zu 90% aller Schwangerschaften mit Down-Syndrom.

Ab einem mütterlichen Risiko von 1:370, das entspricht ungefähr dem Alter einer 35-jährigen oder schlechter empfehlen wir eine Chromosomenanalyse aus Fruchtwasser (= Amniozentese) oder Chorionzotten (=Chorionzottenbiopsie).Eine verbreiterte NT kann auch andere Ursachen als eine Chromosomenstörung haben, die abgeklärt werden sollten. Gründe können auch Herzfehler, Zwerchfell- oder Nabelbruch, Skelettfehlbildungen oder Stoffwechseldefekte sein. Mitunter liegt auch kein Grund vor und die weitere Schwangerschaft entwickelt sich normal und ohne Komplikationen. Insbesondere wenn eine anschließend durchgeführte Chromosomen-Untersuchung unauffällig war, sollten gezielte Untersuchungen, z.B. ein Organ-Ultraschall folgen um mögliche Erkrankungen oder Fehlbildungen frühzeitig zu entdecken.
Fruchtwasserpunktion (Amniocentese)Bei der Amniocentese wird eine sehr dünne Hohlnadel (Außendurchmesser etwa 0,7 mm)  unter ständiger Ultraschallkontrolle durch die Bauchdecke in die Fruchtblase eingeführt und mit einer Spritze eine kleine Menge Fruchtwasser entnommen. Der Eingriff selbst ist nur wenig schmerzhaft, er wird deshalb in der Regel ohne Lokalanästhesie durchgeführt.  Es werden 10 bis 15 ml Fruchtwasser entnommen. Dies ist weniger als ein Zehntel der gesamten Fruchtwassermenge. Dieser Verlust wird in der Fruchthöhle schnell wieder ausgeglichen. Die Punktion selbst dauert nur ein bis zwei Minuten und verursacht bei den meisten Frauen ein leichtes Ziehen im Bauch. Unmittelbar nach der Punktion verschließt sich der winzige Stichkanal wieder, da das Gewebe sehr elastisch ist.
Aus den kindlichen Zellen im Fruchtwasser werden Kulturen angelegt, die einige Zeit für Wachstum und Vermehrung benötigen. Das Ergebnis der Fruchtwasseranalyse liegt, abhängig von der Entwicklung der Zellkulturen, zehn bis vierzehn Tage nach der Punktion vor.

Zusätzlich kann ein Schnelltest (PCR) durchgeführt werden. Dieser ermöglicht meist innerhalb eines Arbeitstages nach der Punktion den sicheren Ausschluss der häufigsten Chromosomenstörungen (Trisomie 13, 18, 21) sowie eine verlässliche Information über das Geschlecht des Kindes. Für den PCR-Schnelltest
benötigen wir nur minimale Mengen Erbsubstanz (DNA), so dass kein zusätzliches Fruchtwasser entnommen werden muss. Die Kosten für die schnelle Diagnostik werden von den Krankenkassen nicht immer übernommen. Die Übernahme der Kosten erfolgt  nur bei schwerwiegenden Auffälligkeiten.

Um auch Spaltbildungen des Rückens (Spina bifida aperta) mit hoher Sicherheit auszuschließen, werden obligatorisch ein Eiweißstoff (Alpha-Fetoprotein, AFP) und ein Enzym (Acetylcholinesterase, AChE) im Fruchtwasser bestimmt.

Durch Untersuchung von im Fruchtwasser schwimmenden kindlichen Zellen können Störungen der Erbanlage, so genannte Chromosomenanomalien (wie z.B. Mongoloismus oder Down Syndrom) oder schwere Störungen des Stoffwechsels oder der Entwicklung des Zentralnervensystems entdeckt oder weitgehend ausgeschlossen werden.

Indikationen zur Fruchtwasseruntersuchung

Auffälliges Ergebnis der Screening-Untersuchung (1. Trimester-Test)

Erbliche Chromosomenstörungen bei Geschwistern

Erbliche Chromosomenstörungen bei den Eltern

Familiäre Häufung erblich bedingter Erkrankungen

Mütterliche oder väterliche Ängste

Zeitpunkt der Untersuchung

Der optimale Zeitpunkt für die Untersuchung liegt zwischen der 15. und 17. Schwangerschaftswoche. Gibt es Gründe für eine frühere genetische Untersuchung, so ist hierfür eine Chorionzottenbiopsie zu empfehlen.
Risiken der Amniocentese:

Die Amniozentese birgt ein sehr kleines Risiko, eine Fehlgeburt auszulösen. In den letzten 20 Jahren haben wir in unserer Praxis mehr als 60.000 Punktionen durchgeführt. Die natürliche Fehlgeburthäufigkeit wurde dabei im Mittelwert um drei Verluste pro 1.000 Schwangerschaften erhöht. In sehr seltenen Fällen kommt es zum Verlust von Fruchtwasser durch die Scheide. Dieser Defekt der Fruchtblase schließt sich jedoch meist wieder, und die weitere Schwangerschaft verläuft ohne Probleme. Noch seltener kann eine Infektion oder Blutung eintreten. Ob das individuelle Risiko geringer oder höher einzuschätzen ist, wird vor einer Punktion durch eine Ultraschalluntersuchung überprüft.

Verhalten nach einer Punktion:

Komplikationen in Folge einer Punktion treten nur in sehr seltenen Fällen auf. Kommt es zu Komplikationen, ist dies insbesondere innerhalb der ersten 24 Stunden möglich. Wir raten Ihnen daher, am Punktionstag und am folgenden Tag zu Hause zu bleiben.

Ruhen Sie sich überwiegend liegend aus. Vermeiden Sie am Punktionstag und am folgenden Tag schwere körperliche Arbeit (z.B. Sport, schweres Heben, häufiges Treppensteigen).

Wenn Sie berufstätig sind, erhalten  Sie für diese beiden Tage Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Ein bis zwei Tage nach der Punktion kann falls Sie es wünschen einer Kontrolluntersuchung durchgeführt werden.

Falls Sie nach einer Punktion Flüssigkeit oder Blut verlieren oder dies vermuten, starke Unterbauchschmerzen oder andere Beschwerden haben, sollten Sie unbedingt Ihren Frauenarzt oder unser Spital aufsuchen.

Treten nach der Punktion keine Komplikationen auf, so sind eine Woche danach sowohl Sport und Flugreisen als auch Geschlechtsverkehr unbedenklich wieder möglich - es sei denn, Ihr Frauenarzt hat Ihnen bereits eine andere Empfehlung gegeben.

Chorionzottenbiopsie (Entnahme von Chorionzotten)Bei der Chorionzottenbiopsie wird eine dünne Nadel unter ständiger Ultraschallkontrolle durch die Bauchdecke zu der Mutterkuchenanlage eingeführt und mit einer Spritze eine kleine Menge Chorionzotten entnommen. Der Eingriff selbst ist nur wenig schmerzhaft, er wird deshalb in der Regel ohne Lokalanästhesie durchgeführt. Eine Verletzung des Kindes ist wegen der ständigen Ultraschallsichtkontrolle und der Entnahme des Chorionzottengewebes außerhalb der Fruchtblase äußerst selten.

Durch Untersuchung der Chorionzotten und damit genetisch kindlichen Zellen können Störungen der Erbanlage, so genannte Chromosomenanomalien (wie z.B. Mongoloismus oder Down Syndrom) oder schwere Störungen des Stoffwechsels wie z.B. Mukoviszidose  e vorgeburtlich entdeckt oder weitgehend ausgeschlossen werden.

Indikationen zur Chorionzottenbiopsie

Erbliche Chromosomenstörungen bei Geschwistern

Erbliche Chromosomenstörungen bei den Eltern

Familiäre Häufung erblich bedingter Erkrankungen

Mütterliche oder väterliche Ängste

Zeitpunkt der Untersuchung

Der optimale Zeitpunkt für die Untersuchung liegt zwischen der 11. und 12. Schwangerschaftswoche, kann im Vergleich mit der Amniocentese damit wesentlich früher durchgeführt werden. Gibt es Gründe für eine frühe genetische Untersuchung, so ist hierfür die Chorionzottenbiopsie zu empfehlen.
Die pränatale Genetik ist sehr aufschlussreich und ab einem fortgeschrittenen Zeitpunkt der Schwangerschaft (frühestens ab 11 vollendeten SSW) nur selten mit Risiken für Mutter oder Kind verbunden. Wie das individuelle Risiko einzuschätzen ist, wird vor einer möglichen Behandlung durch eine Ultraschalluntersuchung überprüft.

Grundsätzlich führen wir alle vorgeburtlichen genetischen Untersuchungen nur im Zusammenhang mit einer individuellen Beratung und einer genauen Ultraschall-Feindiagnostik durch. Die Erkennungssicherheit von Auffälligkeiten oder Chromosomenstörungen beim Ungeborenen ist sehr hoch. Dennoch tragen alle Eltern ein so genanntes Basisrisiko von 4-5% für die Geburt eines Kindes mit sonstigen Fehlbildungen oder Erkrankungen.

Hierzu zählen beispielsweise:

leichte, gut behandelbare Auffälligkeiten (z.B. Mangelentwicklung der Hüftknochen)

nicht operationsbedürftige Herzfehler

Körperliche Fehlbildungen

Geistige Behinderungen

Stoffwechselkrankheiten

Die Wahrscheinlichkeit einer schweren Fehlbildung oder Erkrankung liegt hingegen in der Größenordnung von 1-2%.

Wie jede pränatale Untersuchungsmethode ist auch die Chromosomenanalyse mit Einschränkungen verbunden:

Veränderungen von sehr kleinen Chromosomenabschnitten oder von einzelnen Genen sind unter dem Mikroskop nicht zu erkennen.

Wenn, was sehr selten der Fall ist, ein kleinerer Teil der Körperzellen des Feten einen abweichenden Chromosomensatz (Mosaik) trägt, kann dies nicht immer mit Sicherheit erkannt werden.

Es kann nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden, dass mütterliche Zellen statt der Zellen des Ungeborenen im Brutschrank gewachsen sind. Dies tritt jedoch in weniger als ein Prozent der Fälle auf. Verdachtsfälle werden in einem speziellen Verfahren (Kontaminationsausschluss) überprüft.

Bei Zwillingsschwangerschaften können die Ergebnisse unter seltenen ungünstigen Umständen nur für einen Zwilling zutreffen.

In wenigen Fällen wachsen Zellkulturen sehr langsam, so dass das Ergebnis später als gewöhnlich vorliegt.

Selten ist keine Analyse möglich. In diesem Fall besprechen wir mit Ihnen und Ihrem Arzt das weitere Vorgehen. Falls ein Schnelltest durchgeführt wurde, kann man unter Umständen auf eine erneute Punktion verzichten.
Rhesusprophylaxe

Da die Blutgruppe des Kindes zum Zeitpunkt des Eingriffs nicht bekannt ist, wird bei allen Rhesus-negativen Schwangeren zur Verhinderung einer allfälligen Antikörperproduktion gegen dieses Blutgruppenmerkmal nach dem Eingriff eine so genannte Anti-D-Prophylaxe in Form einer Spritze durchgeführt.
Das Ergebnis

Das Ergebnis der Fruchtwasseruntersuchung liegt je nach Labor in 1 bis 2 Wochen vor und wird Ihnen sofort nach Eingang durch die Praxis mitgeteilt. In einem sogenannten Schnelltest kann die Anzahl der Chromosomen innerhalb von 1-2 Tagen durch eine Direktpräparation von Chorionzotten oder durch Gensonden festgestellt werden. Hierbei können aber strukturelle Auffälligkeiten der Chromosomen nicht erkannt werden. Bei einer eventuellen Auffälligkeit wird Sie Ihr Arzt in einem persönlichen Gespräch beraten. Auf Wunsch teilt Ihnen das Labor das Geschlecht des Kindes direkt schriftlich mit.
Nackentransparenz

Die Nackentransparenz ist Ausdruck einer Ansammlung von Flüssigkeit unter der Haut des Rückens des Kindes. Sie ist bei jedem Kind nachweisbar. Die Nackentransparenz erreicht bei zwölf bis dreizehn Schwangerschaftswochen (12 – 13 SSW) ihre grösste Ausdehnung und bildet sich in der Folge wieder zurück. Eine vermehrte Nackentransparenz (=Nackenödem) ist ein wichtiges Hinweiszeichen für mögliche Chromosomenfehler und Fehlbildungen beim Kind. Die Aussagekraft wird erhöht, wenn die Messung der Nackentransparenz mit der Messung zweier Blutwerte kombiniert wird wie im 1. Trimestertest.
Fetal-DNA Test (Praenatest®)

Im Blutplasma jedes Menschen zirkulieren kleinste Bruchstücke von Erbsubstanz (DNA). Bei schwangeren Frauen stammen bis zu zehn Prozent dieser DNA vom ungeborenen Kind und der Plazenta. Bereits seit etlichen Jahren werden Untersuchungsverfahren erprobt, um genetische Erkrankungen anhand dieser Erbträgerteilstücke aus mütterlichem Blut erkennen zu können. Seit 2012 ist ein Test verfügbar, der die Untersuchung auf Trisomie 21 (Down-Syndrom), Trisomie 18 (Edwards-Syndrom) und Trisomie 13 (Pätau-Syndrom) mit mütterlichem Blut ermöglicht (z.B. PraenaTest® der Fa. LifeCodexx).

Diese Bluttests können Schwangere nutzen, wenn Sie ausschließlich die Wahrscheinlichkeit einer dieser Trisomien bei Ihrem ungeborenen Kind bestimmen möchten, aber keine Fruchtwasserentnahme oder Plazentabiopsie wünschen.

Die Tests an fetaler DNA sind grundsätzlich nach 9 vollendeten Wochen (9+0 SSW) möglich. Wir empfehlen Schwangeren, die sich für den fetalDNA-Test interessieren, vor ihrer Entscheidung eine individuelle genetische Beratung und eine Ultraschalluntersuchung zwischen 11 und 13 Wochen (11+0 bis 13+6 SSW).

Wenn nach Beratung und Untersuchung ein möglichst früher fetalDNA-Test gewünscht wird, nehmen wir die Blutabnahme nach 10 vollendeten Wochen (10+0 SSW) vor.

Berücksichtigen Sie jedoch, dass nach 11 Wochen die Ultraschalluntersuchung aussagekräftiger als zu einem früheren Zeitpunkt ist. Viele Schwangere treffen ihre Entscheidung, ob eine Fruchtwasseruntersuchung, eine Plazentabiopsie, ein fetalDNA-Test oder auch der Verzicht auf diese Untersuchungen für sie sinnvoll ist, anhand der Untersuchung zwischen 11 und 13 Wochen. Dann ist auch die Phase der frühen Fehlgeburten weitgehend abgeschlossen. Der Anteil der fetalen DNA im mütterlichen Blut ist meist höher als in den frühen Wochen, so dass Testversager nur noch sehr selten vorkommen.

Durch die Ultraschalluntersuchung zwischen 11 und 13 Wochen können wir den meisten werdenden Eltern frühzeitig zeigen, dass die Entwicklung ihres Kindes gut und zeitgerecht verläuft. Viele Fehlentwicklungen des Ungeborenen und mögliche Risiken für den weiteren Schwangerschaftsverlauf, z.B. Einschränkungen der Plazentafunktion, Frühgeburtsgefährdung oder durch Bluthochdruck bedingte Komplikationen sind bereits in dieser frühen Zeit erkennbar.

Auffälligkeiten des Feten im Ultraschallbild können eine Vielzahl genetischer und auch nicht genetisch bedingter Ursachen haben. In diesen Fällen ist der fetalDNA-Test für eine umfassende Abklärung nicht geeignet.

Eine Organuntersuchung in der 20. Woche erbringt später noch zusätzliche Informationen über die Entwicklung des ungeborenen Kindes.