Es gibt tausend Krankheiten, aber nur eine Gesundheit.

arthur schopenhauer

 

Krankheitsbilder

Die Meniskusverletzung

Der Meniskus erfüllt drei wichtige Aufgaben. Er vergrössert die Kontaktfläche zwischen Schienbeinplateau und Oberschenkelrolle. Dann funktioniert er als Stossdämpfer zwischen den Gleitflächen dieser beiden Knochen. Zusätzlich hilft er, zusammen mit den Bändern und der Muskulatur, das Kniegelenk zu stabilisieren. Meniskusverletzungen können traumatisch (Unfall) oder degenerativ (Abnutzung) entstehen, häufig müssen sie operativ behandelt werden, da der eingeklemmte Meniskus Sekundärschäden im Gelenk z.B. am Knorpel verursachen kann. Bei der Kniegelenksarthroskopie wird heutzutage nur der zerstörte Meniskusanteil entfernt, um möglichst viel Restfunktion zu belassen.

Die Kreuzbandverletzung

Das vordere und hintere Kreuzband sind die wesentlichen Stabilisatoren im Kniegelenk. Sportunfälle sind meist die Auslöser für die häufigste Bandverletzung, den Riss des vorderen Kreuzbands (VKB). Es kommt zu einer Instabilität, die zu vermehrtem Verschleiss im Gelenk führen und das Knie nachhaltig schädigen kann. Diese Sekundärschäden können am Meniskus und Knorpel entstehen. Im Falle einer relevanten Instabilität wird eine Kreuzbandersatzoperation durch eine Plastik aus einem körpereigenen Transplantat arthroskopisch durchgeführt. Als Sehnentransplantat dienen dabei die die Patellar-, die Quadrizeps- oder die Semitendinosus-/Gracilissehne, die Auswahl wird individuell getroffen. Neu ist auch einen Wiederherstellung das heisst Naht des vorderen Kreuzbandes durch eine spezielle Operationstechnik möglich. Hierbei wird das zerrissene Band durch eingebrachte Fäden geschient und kann so vernarben und das Gelenk stabilisieren. In jedem Fall optimieren spezielle Rehabilitations-Massnahmen nach der Operation den Erfolg.

Die Achsfehlstellung des Beines

Fehlstellungen der Beinachse können eine Überbelastung einzelner Gelenk-Anteile bewirken und somit zu vermehrtem Verschleiss der Menisken und des Knorpelbelags auf der Innen- bzw. Aussenseite des Kniegelenkes führen. So kommt ohne entsprechende eine O-Bein- oder X-Bein-Arthrose zustande. Reichen die zur Arthrosetherapie geeigneten Massnahmen mit speziellen Medikamenten oder einer Knorpelglättung nicht aus, muss die Beinachse korrigiert werden. Die Operation nennt sich Umstellungsosteotomie und beinhaltet ein Durchtrennen des Knochens, welcher in korrigierter Stellung neu fixiert. Der durch die Fehlstellung verursachte Druck wird beseitigt und das Gelenk auf der geschädigten Seite entlastet.

Die Kniearthrose

Mit zunehmendem Alter wird der Knorpel (die Gleitschicht in den Gelenken) rauer und nutzt sich ab. Die Schnelligkeit der Abnutzung und das Ausmass des Schadens bestimmt häufig den Schweregrad der Beschwerden, die der Einzelne im jeweiligen Gelenk hat. Die bekannten Risikofaktoren für eine vorzeitige Abnutzung sind falsche Belastung, Übergewicht, Bewegungsmangel, Fehlstellung der Gliedmaßen (X-Beine, O-Beine) oder auch die Folgen von Verletzungen des Gelenkes. Ein genetischer Faktor, eine frühzeitige Arthrose zu bekommen, ist unbestritten vorhanden. Wenn die Eltern an Arthrose gelitten haben, ist das Risiko relativ gross, ebenfalls entsprechende Gelenksprobleme zu bekommen. Da im Erwachsenenalter kein Knorpel mehr nachwächst, sind die Schäden meist irreversibel. Die Therapieoptionen reichen von medikamentösen Massnahmen über Physiotherapie bis zu operativen Verfahren mit teilweisem oder vollständigem Gelenkersatz durch einen Knieteil -oder Knietotalprothese.

Das Kniescheibenproblem

Die Kniescheibe ist wichtig für die Kraftübertragung der Muskulatur. Die Hauptprobleme bestehen bei der Kniescheibe in Knorpelschäden, Arthrose oder einem Ausrenken (Luxation) der Kniescheibe. Dadurch können funktionelle Beschwerden und Schmerzen verursachet werden Die durch Kniescheibenprobleme verursachten Schmerzen treten besonders bei langem Sitzen sowie beim Treppen- und Bergabgehen auf. Fehl- und Überbelastungen führen überdies zu Folgeschäden an der Knorpelschicht der Kniescheibe. Mechanische und enzymatische Schädigungen sorgen so für einen entzündlichen «Teufelskreis», der mit verstärktem Knorpelabrieb weitere Entzündungen bewirkt. Durch Knorpelglättung, oder auch Transplantation von körpereigenem Knorpel kann dem vollständigen Knorpelabrieb entgegengewirkt werden. Zur Druckentlastung und Zentrierung der Kniescheibe werden verschiedene Korrekturoperationen durchgeführt.