Gesundheit gedeiht mit der Freude am Leben.

Thomas von aquin

 

Therapiemöglichkeiten

Kniegelenks-Arthroskopie

Für eine Kniegelenksspiegelung (Arthroskopie) wird eine knapp bleistiftdicke Optik, die mit einer Kamera verbunden ist, ins Innere des Kniegelenks eingeführt. In der Regel braucht es dazu zwei Einstichstellen, die knapp 1 cm lang sind und meist vorne oder seitlich der Kniescheibe liegen. Das Gelenk wird während der gesamten Operation mit einer speziellen Lösung mit Hilfe einer Pumpe kontinuierlich gespült. Alle wichtigen Strukturen im Inneren des Kniegelenks können inspiziert werden, wobei die Menisken, die Knorpeloberflächen, die Kreuzbänder, die Kniescheibe und die Gelenkinnenhaut von besonderem Interesse sind. Mit Instrumenten wie Tasthaken, Zangen und einer rotierenden Fräse («Shaver») kann krankhaftes Gewebe (z.B. der eingerissene Anteil eines Meniskus) entfernt werden. Die Operation kann abhängig vom Krankheitsbild in Voll- oder Teilnarkose, ambulant oder stationär durchgeführt werden.

Kreuzbandersatzplastik

Die Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes wird arthroskopisch-assistiert durchgeführt (VKB-Rekonstruktion). Hierbei finden alle Schritte ausser der Transplantat-Entnahme mit Hilfe des Arthroskopes im Gelenkinneren statt. Als Kreuzband-Transplantat werden entweder das mittlere Drittel der Kniescheibensehne mit Knochenblöcken (Patellarsehne), das mittlere Drittel der Quadrizepssehne oder eine Beugesehne (Semitendinosus-/Gracilissehne) verwendet. Alle Techniken sind weit verbreitet und zeigen in Studien vergleichbar gute Resultate. Über Bohrkanäle, die ebenfalls arthroskopisch im Ober- und Unterschenkelknochen gesetzt werden, wird das Transplantat eingezogen und mit speziell für diese Operation entwickelten Stiften und Schrauben fixiert. Die Stifte sind aus einer abbaubaren Zuckerverbindung. Die nicht abbaubaren Schrauben stören im Allgemeinen nicht und müssen nicht unbedingt entfernt werden.
Neu kann jetzt auch in unmittelbarer Zeit nach dem Trauma eine Naht des vorderen Kreuzbandes in arthroskopisch assistierter Technik durchgeführt werden. Hier bei kommt es zu einer Schienung des zerrissenen Kreuzbands in seinem ursprünglich Verlauf durch einen Spezialfaden, welcher zusätzlich das Knie in der natürlichen Position fixiert. Das vordere Kreuzband kann so an seiner ursprünglichen Stelle wieder vernarben und seinen Funktion wieder aufnehmen. Die Rehabilitation-Zeit beträgt auch bei dieser Operation gut 6 Monaten bis Kontaktsportarten wie z.B. Fussball wieder durchgeführt werden dürfen, leicht kontrollierbare Sportarten wie Joggen oder Fahrrad fahren dürfen schon früher wieder aufgenommen werden

Umstellungsosteotomie

Wenn nur auf der Innen- oder Aussenseite des Kniegelenkes eine Arthrose vorliegt, kann mit einer sogenannten Umstellungsosteotomie oft über Jahre eine Beschwerdelinderung erzielt werden. Somit kann gerade bei jüngeren Patienten die Implantation eines Kunstgelenkes hinausgezögert werden. Wenn nur die Innenseite des Kniegelenks von der Arthrose befallen ist (O-Beine), kann mittels Knochendurchtrennung im oberen Schienbeinbereich ein leichtes X-Bein erzielt werden (sogenannte Valgisationsosteotomie). Durch diese Operation wird eine Entlastung der inneren Gelenkhälfte ermöglicht. Ziel ist es, die Schmerzen unter Erhaltung des eigenen Gelenkes zu vermindern, um so das Fortschreiten der Arthrose aufzuhalten oder zumindest zu verzögern. Die Valgusgonarthrose (X-Fehlstellung) wird in der Regel mit einer Durchtrennung und Achsenkorrektur am knienahen Oberschenkel (Varisationsosteotomie) behandelt.

 

Knietotal(-teil-)Endoprothese

Ein künstliches Kniegelenk (Knieprothese) ist der Ersatz der zerstörten Gelenkfläche durch einen Oberflächenersatz. Dieser besteht aus einem hochpolierten Metall (Chrom-Cobalt-Legierung) für den gelenkbildenden Ober- und Unterschenkel sowie einem dazwischen liegenden Kunststoffanteil (Polyethylen). Dieser garantiert die Beweglichkeit und das Gleiten im Gelenk. Abhängig vom Ausmass und der Lokalisation der Gelenkzerstörung muss nur ein Teil des Gelenks ersetzt werden. In diesem Fall verwendet man eine sogenannte Teilprothese (Unikompartimentelle Prothese). Ist das ganze Gelenk betroffen, bleibt oftmals nur noch die Möglichkeit eines totalen Knie-Oberflächenersatzes (Totalprothese). Es gibt verschiedene Prothesenmodelle, welche sich durch Form, Materialbeschaffenheit und Verankerungsart (zementiert oder unzementiert) unterscheiden. Bei jedem Patienten analysiert der operierende Arzt die individuelle Knochensituation, um für jeden einzelnen die am besten geeignete Prothese einzusetzen.