Gesundheit gedeiht mit der Freude am Leben.

Thomas von Aquin

 

Krankheitsbilder

Was ist eine Rotatorenmanschettenruptur?

Die Muskeln der Rotatorenmanschette umhüllen das Schultergelenk, fixieren den Oberarm am Schulterblatt und erlauben, die Schulter zu bewegen. Ein Riss in einer dieser Sehnen ist oft nicht nur schmerzhaft, sondern kann auch die Funktion der Schulter beeinträchtigen.
Nicht jede Ruptur muss behandelt werden. Fühlt sich ein Patient durch Schmerzen oder den Funktionsausfall gestört, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. So können Medikamente oder Injektionen in das Schultergelenk die Schmerzen lindern oder zum Verschwinden bringen. Zur Erhaltung der Schulterfunktion und zur Schmerzreduktion kann Physiotherapie durchgeführt werden. Operativ stehen arthroskopische (Gelenkspiegelung) oder offene chirurgische Verfahren zur Verfügung. Dabei bestimmt das Ausmass der Schädigung der Rotatorenmanschette die Wahl des Verfahrens. Bei arthroskopischen Operationen werden durch 3 bis 4 kleine Hautschnitte Instrumente in das Schultergelenk eingeführt. Bei offenen Operationen ist ein Hautschnitt von 5 bis 10 cm Länge nötig, welcher sich auf der Ober- oder Vorderseite der Schulter befindet. Eine Operation dauert zwischen 1 bis 2 Stunden.

Subakromiales Impingement

Der Begriff des "Impingement" bedeutet soviel wie "Einklemmung". An der Schulter ist in aller Regel eine Einklemmung zwischen der Kugel des Oberarmkopfes und dem Schulterdach (Akromion) gemeint. Hierbei ist der Raum unter dem Schulterdach durch welchen der Supraspinatusmuskel und seine Sehne verlaufen eingeengt. Durch ein dort befindliches Kalkdepot oder ein verkrümmtes Schulterdach kann die Symptomatik hervorgerufen werden. Diese Einengung führt dann zu Schmerzen. (siehe auch Acromioplastik unter Therapiemöglichkeiten)

Bizepssehnen-Schaden

Die lange Bizepssehne verläuft durch das Schultergelenk. Erkrankungen der Bizepssehne können durch belastungsabhängige Reizungen oder Unfälle hervorgerufen werden und zu Schulterschmerzen führen. Es bestehen 3 Behandlungsmöglichkeiten: 1. Refixierung des abgelösten Bizeps-Ankers (SLAP) mit Knochenankern und Fäden; 2. Abtrennen des Anteils, der im Gelenk verläuft, und Fixierung der Sehne ausserhalb des Schultergelenks am Oberarmkopf mit einem Knochenanker (Bizepstenodese); 3. Abtrennen der Bizepssehne (Bizepstenotomie) ohne Fixierung (Tenodese). Dies führt nur zu einem unmerklichen Kraftverlust, kann aber durch das Tiefertreten des Bizepsbauches bei trainierten und schlanken Patienten kosmetisch störend wirken.

Kalkschulter

Schmerzhafte Kalkdepots werden initial mit Schmerzmedikamenten und Physiotherapie behandelt. Bei persistierenden Schmerzen kommt eine Spritze unter das Schulterdach zum Einsatz. Sollte die konservative Therapie versagen können die Kalkdepots im Rahmen einer Schultergelenksspiegelung entfernt werden. Der Kalk befindet sich in den Sehnen und im Schleimbeutel. Nach Aufsuchen des Kalkherdes wird die Sehne eingeschnitten und der Kalk entfernt. Falls ein grosser Einschnitt in die Sehne erforderlich ist, kann diese im Anschluss an die Operation mit einem Faden verschlossen werden.

Frozen shoulder (Schultersteife)

Es handelt sich hierbei um eine entzündliche Erkrankung der Gelenkkapsel, welche zu einer schmerzhaften Bewegungseinschränkung führt. Zu einer Schultersteife kann es nach Operationen, Unfällen oder spontan ohne Ursache kommen. In den meisten Fällen ist keine Operation erforderlich. Die Krankheit dauert aber im Schnitt 18 Monate. Die operative Behandlung erfolgt über eine Lösung der vernarbten und verdickten Gelenkkapsel mit einer elektrischen Sonde. In der Nachbehandlung wird der Arm vom Körper abgespreizt gelagert, um ein erneutes Verkleben zu vermeiden. Intensive Physiotherapie und ein Schmerzkatheter, welcher die Schulter schmerzfrei hält, sind erforderlich.

Omarthrose

Unter der Omarthrose versteht man den Verschleiss im Schultergelenk, es kommt zu einem Abrieb von Knorpel vom Oberarmkopf und/oder der Schulterpfanne. Ein Schulterverschleiss kann als Spätfolge eines Unfalls mit knöchernen nach Jahren entstehen. Auch rheumatische Gelenkentzündungen können das Schultergelenk zerstören. Oft beobachtet man eine "primäre" Omarthrose, bei der die Ursache im Unklaren liegt. Eine familiäre genetische Veranlagung kann ebenso wie bei anderen Gelenken eine Rolle spielen. Patienten mit einer Omarthrose beklagen in der Regel deutliche Schmerzen in der Schulter und im Oberarm unter Belastung und in Ruhe bis zum Nachtschmerz, sowie eine eingeschränkte Beweglichkeit der Schulter und des Armes.
Der Schultergelenkverschleiss wird zum grössten Teil nicht operativ behandelt. In einem ersten Schritt werden Medikamente gegen Schmerzen und Entzündung und geschulte Bewegungstherapie eingesetzt. In besonderen Fällen kann auch einen Spritze ins Schultergelenk eine Verbesserung bringen. Im Gegensatz zur Hüfte oder dem Knie Trägt die Schulter kaum Belastungen, deshalb funktioniert eine nicht operative Therapie über einen längeren Zeitraum recht gut. Bei fortbestehenden Schmerzen kann bei geringradigem Verschleiss kann eine Schulterspiegelung mit Säubern des Gelenkes helfen. Hierbei wird der abgeriebene Knorpel geglättet, freie Gelenkkörper entfernt und die entzündete Gelenkschleimhaut abgetragen. Schlägt eine solche Therapie nicht an oder verschlimmert sich der Verschleiss im Laufe der Jahre weiter, so wird der Einbau einer Cup Prothese (Oberflächenersatz) oder eines künstlichen Schultergelenkes (Schulterprothese) notwendig. Dazu kommen unterschiedlichste Prothesentypen infrage.