Operative Gynäkologie
Dr. med. Peter Diebold, Chefarzt
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Die operative Gynäkologie befasst sich einerseits mit diagnostischen gynäkologischen Eingriffen, andererseits mit den operativ behandelbaren gynäkologischen Erkrankungen des äusseren Genitale, der Vagina, der Gebärmutter, der sog. Adnexe (Eileiter und Eierstöcke) sowie der Brust. Grundsätzlich kann es sich um gutartige oder bösartige Affektionen handeln. Auch die sog. Endometriose, welche als Erkrankung der Genitalorgane und auch "extragenital" nach "Verschleppung" von Gebärmutterschleimhaut auftritt, muss z. T. operativ behandelt werden. Zur operativen Gynäkologie gehören ferner auch uro-gynäkologische Eingriffe sowie diagnostische und therapeutische Eingriffe bei Sterilität.
- Minimalinvasive Chirurgie
- Konventionelle gynäkologische Chirurgie
- Urogynäkologische Chirurgie
- Onkologische Eingriffe
- Plastisch-chirurgische Eingriffe
Im Fachgebiet Gynäkologie wurden die minivalinvasiven Eingriffe (bei laparoskopischem Eingriff, d. h. mittels Bauchspiegelung durchgeführt, spricht man von "Schlüssellochchirurgie") früh eingeführt. Sie haben auch an unserer Klinik eine lange Tradition. In der Folge sind die wichtigsten Eingriffe aufgeführt:
- Hysteroskopische Chirurgie
- Endoskopische ("durch Spiegelung") diagnostische und therapeutische Eingriffe in der Gebärmutterhöhle bzw. am Endometrium (Gebärmutterschleimhaut), Therapie bei Blutungsstörungen (vor allem Bipolare Endometriumablation NovaSure) sowie hysteroskopische Entfernung von Polypen und Myomen - Laparoskopische Chirurgie
- Diagnostische und therapeutische Eingriffe an der Gebärmutter (z.B. bei Myomen) und an den Adnexen (Eierstöcke/Eileiter) inkl. bei Endometriose
- Laparoskopische Hysterektomie = LH (laparoskopische Gebärmutterentfernung) mit dem Vorteil des geringeren postoperativen Schmerzmittelbedarfs, des kürzeren Spitalaufenthaltes und der rascheren Genesung - Minimalinvasive Inkontinenz-Operationen
(nach entsprechender Abklärung)
- Moderne Schlingentechniken, insbesondere TVT (tension free vaginal tape = "Spannungsfreie Schlinge") inkl. neuere Modifikationen (TVT-O) - Minimalinvasive onkologische Mammachirurgie
- Sentineltechnik: Entfernung der sog. "Wächterlymphknoten" anstelle der konventionellen/radikaleren Lymphknotenentfernung in der Achselhöhle. Dadurch können stark beeinträchtigende Folgeschäden (vor allem am Arm) weitgehend vermieden werden.
Neben den minimalinvasiven Eingriffen hat die konventionelle operative Gynäkologie immer noch eine grosse Bedeutung. Es handelt sich dabei um:
- Kleinere und mittlere diagnostische und therapeutische Eingriffe am äusseren Genitale, an der Vagina, an der Gebärmutter z. B. Curettage/Ausschabung oder Konisation (bei krankhaften Krebsabstrichen) und an den Adnexen (Eileiter und Eierstöcke) z. B. bei grösseren Zysten, die laparoskopisch nicht entfernt werden können
- Die Gebärmutterentfernung (Hysterektomie), die wenn möglich vaginal (d. h. von der Scheide aus) durchgeführt wird. Die abdominale Gebärmutterentfernung (mit Bauchschnitt) wird an unserer Klinik seit Einführung der laparoskopischen Hysterektomie immer seltener vorgenommen
- Eingriffe bei Senkungszuständen von Gebärmutter und Scheide (vgl. Urogynäkologie)
- Diagnostische/therapeutische Eingriffe bei gutartigen Brusterkrankungen (Zysten, gutartigen Tumoren u.a.)
Bei der operativen Therapie der Harninkontinenz stehen die modernen Schlingentechniken im Vordergrund (TVT/TVT-0; vgl. Minimalinvasive Inkontinenx-Operationen)
Die operative Therapie bei Senkung des Beckenbodens sowie der Blase, Gebärmutter oder des Enddarms erfolgt je nach Situation auf klassische Weise (vordere/hintere Scheidenraffung, Fixation des Scheidendoms) oder unter Einsatz neuer Netze zur Verstärkung des Gewebes (PROLIFT).
Die onkologischen Eingriffe werden in Zusammenarbeit mit dem Onkologiezentrum Berner Oberland geplant und wenn nötig interdisziplinär durchgeführt. Dazu gehören:
- Chirurgische Therapie der bösartigen Erkrankungen des äusseren Genitale (sog. Vulvektomie), der Vagina (selten), der Gebärmutter (inkl. Wertheim'sche Radikaloperation) und der Adnexe (Eierstöcke und Eileiter), inkl. sog. radikale Tumorreduktionsoperationen, falls nötig mit Entfernung der entsprechenden Lymphknotenstationen im kleinen Becken und übrigen Bauchraum.
- Operationen bei Mammakarzinom (Brustkrebs)
- Im Vordergrund stehen die brusterhaltenden Verfahren wie Tumorektomie (Tumorentfernung), Quadrantektomie (Entfernung ca. ¼ der Brustdrüse), bei Bedarf unter Anwendung onkoplastischer Techniken
- Wenn nötig ablative Verfahren mit Brustentfernung, falls gewünscht mit primärem oder sekundärem Brustwiederaufbau, Angleichende Brustoperation.
- Lymphknotenentfernung aus der Axilla (Achselhöhle) nach Möglichkeit unter Anwendung der Sentineltechnik.
- Grössere Operationen werden in Zusammenarbeit mit einem plastischen Chirurgen geplant und vorgenommen.
- Brustverkleinerung
- Bruststraffung
- Brustvergrösserung