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Ultraschall und pränatale Diagnostik

Zuständig

Dr. med. Peter Diebold, Chefarzt
Dr. med. Mark Isenschmid, stv. Chefarzt
sowie die jeweiligen Oberärzte/innen
Anmeldung über Praxis Dr. Diebold
Tel. +41 (0)33 226 26 71  Fax +41 (0)33 226 26 73

Einleitung

Ultraschall ist eine unbelastende Methode, mit der die Organe des kleinen Beckens der Frau oder die Brustdrüse dargestellt werden können. Sie ist somit oft eine sinnvolle Ergänzung der gynäkologischen Routineuntersuchung und ein wichtiges diagnostisches Instrument.
Ultraschall ist zudem die einzige Methode, mit der das ungeborene Kind im Mutterleib beobachtet resp. betrachtet werden kann. Diese Methode wird seit über vierzig Jahren angewandt. Bis jetzt wurde nie ein direkter schädigender Einfluss auf das Kind oder die Mutter nachgewiesen.

Unser Angebot

  • Gynäkologische Ultraschalluntersuchung
  • Geburtshilfliche Ultraschalluntersuchung
  • Pränatale Diagnostik / Fruchtwasserpunktion (Amniocentese), Chorionzottenbiopsie
  • Senologische Ultraschalluntersuchung

Gynäkologische Ultraschalluntersuchung

Untersuchung von Organen im kleinen Becken. Abklärung bei Veränderungen oder Erkrankungen dieser Organe wie Blutungsstörungen in den Wechseljahren oder nach der Menopause, Myome, Zysten oder Tumore des Eierstocks, Verdacht auf Krebserkrankung dieser Organe. Abklärung bei Blutungen in der Früh-Schwangerschaft und bei Fehlgeburt.

Geburtshilfliche Ultraschalluntersuchung

Ultraschallscreening im Rahmen der Schwangerenvorsorge
Die Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft dienen dem Nachweis, dass das Kind lebt und am richtigen Ort in der Gebärmutter liegt, zur Festlegung des Schwangerschaftsalters und somit des rechnerischen Geburtstermins, zum Ausschluss grober Missbildungen des Kindes.
Als möglichen Nutzen der Untersuchungen gelten die Vermeidung von unnötigen Schwangerschaftskontrollen und Hospitalisationen, die Vermeidung von unnötigen Geburtseinleitungen, die Senkung der Komplikationen bei Mehrlingen, das frühzeitige Erfassen von Kindern mit Wachstumsstörungen und Fehlbildungen, der Abbau von Ängsten und Unsicherheit bei den Eltern.

Erstes Ultraschallscreening (11-13 Schwangerschaftswochen). Diese Untersuchung soll folgende Fragen beantworten:

  • Ort der Einnistung der Frucht
  • Anzahl Kinder
  • Grösse und Vitalität des Kindes
  • Schwangerschaftsalter und Geburtstermin
  • Ausschluss eines Nackenödems
  • Überprüfung der Körpergestalt
  • Eiigkeit bei Mehrlingen

Zweites Ultraschallscreening (20-23 Schwangerschaftswochen). Es werden folgende Details beurteilt:

  • Lage des Kindes
  • Grösse des Kindes (Kopfdurchmesser, Bauchdurchmesser und -umfang, Oberschenkellänge)
  • Gehirnstrukturen
  • Gesicht
  • Skelett (alle vier Extremitäten, Wirbelsäule)
  • Organe (Leber, Lunge, Nieren, Blase, Magen, Darm, Herz)
  • Bewegungen des Kindes
  • Sitz und Aussehen von Mutterkuchen (Plazenta) und Nabelschnur
  • Fruchtwassermenge

Ev. weitere Ultraschalluntersuchung (28-32 Schwangerschaftswochen). Diese wird zur Beantwortung folgender Fragen durchgeführt:

  • Zeitgerechtes Wachstum
  • Lage des Kindes
  • Fruchtwassermenge
  • Lage des Mutterkuchens
  • Zustand des Kindes bei Komplikationen der Schwangerschaft (ev. Dopplersonographie)

Dopplersonographie

Die Dopplersonographie ist eine besondere Methode der Ultraschalluntersuchung, bei der die Durchblutung in kindlichen oder mütterlichen Gefässen gemessen wird. Dadurch erhält man Hinweise auf die Kreislaufsituation des Kindes. Diese zusätzliche Information erlaubt es insbesondere bei Risikoschwangerschaften, das Wohlbefinden des Kindes besser einzuschätzen.

Die Untersuchung kann in folgenden Situationen sinnvoll sein:

  • Kindliche Wachstumsstörungen
  • Schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck der Mutter
  • Bei Fehlbildungen
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • Schwangerschaftsdiabetes

Pränatale Diagnostik

1. Trimester–Test

Der 1. Trimester-Test dient als Screening-Untersuchung, um das Risiko eines Kindes mit einem Chromosomenfehler (z.B. Trisomie 21 oder Down Syndrom) abzuschätzen. Er kann nur in der Schwangerschaftsperiode zwischen 11+1 und 13+6 Wochen durchgeführt werden. Dem Test muss eine ausführliche Beratung vorausgehen und die schwangere Frau resp. das Paar muss sich über die möglichen Ergebnisse im Klaren sein. Bei auffälligem Resultat wird eine weiterführende Diagnostik im Detail besprochen (Fruchtwasserpunktion oder Chorionzotten-Biopsie).

Für den Test wird der Mutter Blut abgenommen zur Bestimmung eines Hormons (ß-hCG) und eines schwangerschaftsspezifischen Eiweisses (PAPP-A). Im Ultraschall wird die Nackentransparenz des Kindes gemessen. Zusammen mit dem Alter der Schwangeren fliessen die drei Messergebnisse in die Risikoberechnung ein.

Fruchtwasserpunktion (Amniocentese)

Bei der Amniocentese wird eine dünne Nadel unter ständiger Ultraschallkontrolle durch die Bauchdecke in die Fruchtblase eingeführt und mit einer Spritze eine kleine Menge Fruchtwasser entnommen. Der Eingriff selbst ist nur wenig schmerzhaft, er wird deshalb in der Regel ohne Lokalanästhesie durchgeführt. Eine Verletzung des Kindes ist wegen der ständigen Ultraschallsichtkontrolle äusserst selten.

Durch Untersuchung von im Fruchtwasser schwimmenden kindlichen Zellen können Störungen der Erbanlage, so genannte Chromosomenanomalien (wie z.B. Mongoloidismus oder Down Syndrom) oder schwere Störungen des Stoffwechsels oder der Entwicklung des Zentralnervensystems entdeckt oder weitgehend ausgeschlossen werden.

Indikationen zur Fruchtwasseruntersuchung

  • Auffälliges Ergebnis der Screening-Untersuchung (1. Trimester-Test)
  • Erbliche Chromosomenstörungen bei Geschwistern
  • Erbliche Chromosomenstörungen bei den Eltern
  • Familiäre Häufung erblich bedingter Erkrankungen
  • Mütterliche oder väterliche Ängste

Zeitpunkt der Untersuchung

Der optimale Zeitpunkt für die Untersuchung liegt zwischen der 14. und 17. Schwangerschaftswoche. Gibt es Gründe für eine frühere genetische Untersuchung, so ist hierfür eine Chorionzottenbiopsie zu empfehlen. Dazu überweisen wir Sie in der Regel an Spezialisten in Bern.

Rhesusprophylaxe

Da die Blutgruppe des Kindes zum Zeitpunkt des Eingriffs nicht bekannt ist, wird bei allen Rhesus-negativen Schwangeren zur Verhinderung einer allfälligen Antikörperproduktion gegen dieses Blutgruppenmerkmal nach dem Eingriff eine so genannte Anti-D-Prophylaxe in Form einer Spritze durchgeführt.

Das Ergebnis

Das Ergebnis der Fruchtwasseruntersuchung liegt je nach Labor in 1 bis 3 Wochen vor und wird Ihnen sofort nach Eingang durch die Praxis mitgeteilt. Bei einer eventuellen Auffälligkeit wird Sie Ihr Arzt in einem persönlichen Gespräch beraten. Auf Wunsch teilt Ihnen das Labor das Geschlecht des Kindes direkt schriftlich mit.