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Urodynamische Untersuchung

Zystotonometrie

In diesem ersten Teil der Untersuchung wird die Blase mit warmem Kochsalz kontinuierlich und definiert gefüllt. Bei normaler Blasenfunktion spürt die Patientin etwa bei einer Füllung von 150 ml zum ersten Mal, dass sich die Blase füllt, allerdings ohne dass ein Wunsch nach Blasenentleerung auftritt. Dies geschieht normalerweise bei einer Füllung von 200 – 300 ml. Zwischen 400 und 500 ml tritt dann üblicherweise ein starker Harndrang auf. Die Füllung der Blase im Verhältnis zum Empfinden der Patientin wird protokolliert.
Die Ergebnisse geben Aufschluss über die Sensibilität sowie über die Compliance (Dehnbarkeit) der Blase. Des Weiteren werden der max. Füllungszustand und die Blasenkapazität (Blasenfüllvolumen) aufgezeichnet. Durch Protokollierung des intravesikalen Druckes (Druck innerhalb der Blase) während der Füllung erhält der Untersucher Aufschluss über unwillkürliche Blasenkontraktion als Zeichen einer Dranginkontinenz.

Urethradruckmessung

Sie wird bei voller Blase vorgenommen. Ein elektronischer Mikrokatheter wird mit definierter Geschwindigkeit aus der Blase durch die Harnröhre zurückgezogen, wobei der Harnröhrendruck und der Druck in der Harnblase gleichzeitig gemessen werden. Diese Untersuchung wird zunächst in Ruhe vorgenommen, wodurch der Ruheverschlussdruck, d. h. der Anteil der Harnröhre, der zum Verschluss beiträgt, gemessen wird.
Nach Erstellung des Ruheprofils wird der Katheter in die volle Blase zurückgeführt und erneut definiert zurückgezogen, wobei die Patientin mehrfach aufgefordert wird, zu husten. Das Ausmass der Harninkontinenz kann so apparativ erfasst werden.