
setzt sich für Patientinnen und Patienten ein, die aufgrund eines körperlichen Leidens ein Allgemeinspital aufsuchen mussten und bei denen psychische Symptome den Heilungsprozess beeinträchtigen. Ausserdem gewährleistet der K+L Dienst durch den Psychiatrischen Notfalldienst, dass bei dringenden psychischen Problemen jederzeit eine psychiatrische Fachperson erreichbar ist.
Schwere körperliche Erkrankungen wie Tumorleiden, Herzinfarkt oder Infektionskrankheiten, aber auch chronische Erkrankungen und schwere Unfälle belasten nicht nur den Körper, sondern ebenfalls die Psyche. Nicht nur Patientinnen und Patienten, auch ihre Angehörigen können von den Auswirkungen betroffen sein. Der K+L Dienst leistet hier einen Beitrag zur integrierten Betreuung von Patienten und deren Umfeld.
Einige Krankheitsbilder wie chronischer Schmerz, Essstörungen oder Abhängigkeitserkrankungen haben sowohl psychosomatische Ursachen, als auch bio-psycho-soziale Auswirkungen und werden deshalb mit Vorteil in enger Zusammenarbeit von Somatik und Psychiatrie behandelt. Deshalb ist der K+L Dienst Teil von interdisziplinären Spezial-Sprechstunden, beispielsweise bei der Vorabklärung von schwer übergewichtigen Menschen, welche operiert werden sollen, oder bei Menschen mit einer Alkoholabhängigkeit, welche im Spital einen körperlichen Entzug machen wollen.
Gehirnerkrankungen wie Demenzen, Delirien und andere neuropsychiatrische Störungen werden in enger Zusammenarbeit von Somatik und Psychiatrie diagnostiziert und behandelt.
Das Allgemeinspital ist zentrale Anlaufstelle für alle Kranken und Hilfebedürftigen einer Region. Deshalb werden auch Menschen mit primär seelischen Problemen zunächst ins Allgemeinspital gebracht, wo sie – häufig notfallmässig – von den Fachpersonen des K+L Dienstes beurteilt und erstversorgt werden. Dies gilt auch für psychisch Traumatisierte.
Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegefachpersonen des K+L Dienstes engagieren sich sowohl in der Weiter- und Fortbildung als auch in der Supervision von Angehörigen diverser Berufsgruppen des Allgemeinspitals zu verschiedensten Themen, z.B. zu psychiatrischen Krankheitsbildern, Krisenbewältigung, Kommunikation.
Patientinnen und Patienten über 65 Jahre, welche in den Allgemeinspitälern der Region behandelt werden und bei welchen eine psychiatrische, beziehungsweise eine psychotherapeutische Abklärung und Behandlung notwendig ist, werden in der Regel von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Alterspsychiatrischen Dienstes betreut. Die Abgrenzung vom K+L Dienst zum Alterspsychiatrischen Dienst ist jedoch fliessend.
Die Psychiatrischen Dienste Thun gewährleisten während 24 Stunden pro Tag und an 365 Tagen einen psychiatrischen Notfalldienst. Werktags, von 8.00 – 18.00 Uhr, und am Samstagmorgen, von 9.00 – 10.00 Uhr, handelt es sich um einen Präsenzdienst, d.h. eine Psychiaterin oder ein Psychiater ist im Spital Thun anwesend und bei Bedarf sofort verfügbar. Ausserhalb dieser Zeiten wird ein Pikettdienst aufrechterhalten, der über das Spital erreichbar ist. Bei Bedarf kommt die Pikettärztin oder der -arzt ins Spital und kümmert sich dort um psychiatrische Notfälle. Da die Notfallpatientinnen und -patienten über das Spital angemeldet werden, stehen die Psychiatriefachpersonen in engem Kontakt mit den Dienstärztinnen und -ärzten der medizinischen und der chirurgischen Klinik.
Die Anmeldung an den K+L Dienst erfolgt zwingend über eine Ärztin oder einen Arzt des Allgemeinspitals, und zwar in der Regel telephonisch an den leitenden Arzt des K+L Dienstes. Bei ausschliesslich pflegerischen Fragen können die Pflegefachpersonen des K+L Dienstes ausnahmsweise direkt von Pflegenden des Allgemeinspitals um Unterstützung gebeten werden.
Der K+L Dienst wird fachärztlich geleitet. Unter engmaschiger Anleitung und Supervision durch die Kaderärzte werden zudem Assistenzärztinnen und -ärzte mit der konsiliarpsychiatrischen Arbeit betraut. Die Pflegefachpersonen des K+L Dienstes übernehmen einen Teil der Patientenbetreuung und halten einen engen Kontakt zu den Pflegenden des Allgemeinspitals.