
bietet eine teilstationäre Behandlung an einerseits für Personen, welche eine psychische Krise erleben. Eine solche Behandlung ist dann sinnvoll, wenn die ambulante Sprechstunde nicht ausreicht, aber eine Hospitalisation einen zu weit reichenden Eingriff darstellt. Andererseits kann die Tagesklinik nach einem Klinikaufenthalt eine Übergangslösung anbieten, indem sie auf dem Weg in ein selbständiges Leben eine weitere Stabilisierung ermöglicht. Die Patientinnen und Patienten halten sich wochentags und nur tagsüber in der Tagesklinik auf. Die Abende und Wochenenden verbringen sie im gewohnten Umfeld und Beziehungsnetz.
Das Wochenprogramm beinhaltet verschiedene Therapieeinheiten mit Gruppenangeboten, Einzelgesprächen und milieutherapeutischen Teilen. Einerseits werden alltagsnahe Tätigkeiten wie zum Beispiel Einkaufen, Kochen und weitere Haushaltarbeiten trainiert. Andererseits werden Therapien wie Gruppengespräche, soziales Kompetenztraining und Ergotherapie besucht. Ergänzt wird das Programm durch kreative Therapien sowie sportliche Aktivitäten. Die Behandlung findet in einer Gruppe von 12 – 16 Patientinnen und Patienten statt.
Jede Patientin und jeder Patient wird während des ganzen Aufenthaltes durch eine Bezugsperson begleitet und erhält Unterstützung sowohl bei der Festlegung und Umsetzung der individuellen Ziele als auch bei der Klärung weiterer relevanter Fragen.
Die psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung wird durch ärztliche und psychologisch-psychotherapeutische Fachpersonen übernommen und umfasst biologische, psychische und soziale Aspekte.
Vor Eintritt in die Tagesklinik findet ein Abklärungsgespräch statt, um die Behandlungsindikation zu überprüfen, das Behandlungsangebot vorzustellen und die eintretende Person mit den Räumlichkeiten vertraut zu machen. Nach erfolgreich verlaufener Probewoche wird ein Behandlungsvertrag abgeschlossen. Die Teilnahme am Wochenprogramm von Montag bis Freitag von 09.00 bis 16.00 Uhr ist verbindlich.
Die Fachpersonen der Tagesklinik nehmen die Anliegen und Erwartungen der Patientinnen und Patienten ernst und berücksichtigen diese bei der Ausarbeitung des Behandlungsplanes. Mit den individuellen Zielvereinbarungen werden eine Aktivierung persönlicher Ressourcen, Klärung der Problembereiche sowie Verbesserung der sozialen und beruflichen Integration angestrebt. Die Ziele werden laufend überprüft und, wenn nötig, angepasst. Mit dem Einverständnis der Patientinnen und Patienten wird das soziale Umfeld (Angehörige, Arbeitgeber, Sozialdienste, IV-Stellen, usw.) in den Behandlungsprozess einbezogen.
Diese richtet sich nach den individuellen Zielen und kann sich bei entsprechender Notwendigkeit über eine Dauer von 3 – 6 Monaten erstrecken.
Die Kosten übernimmt die Krankenkasse. Unfälle sind durch die Tagesklinik nicht versichert.
Ausserhalb der Öffnungszeiten der Tagesklinik ist bei Notfällen die Dienstärztin oder der Dienstarzt der Psychiatrischen Dienste Thun rund um die Uhr telefonisch erreichbar.
Die Anmeldung erfolgt bei der Leitung der Tagesklinik, in der Regel durch Ärztinnen und Ärzte, Psychologinnen und Psychologen, Beratungsstellen oder Sozialdienste. Aufnahme finden Patientinnen und Patienten im Alter zwischen 18 und 65 Jahren, welche an schweren psychiatrischen Erkrankungen leiden. Die Tagesklinik ist nicht geeignet für Personen, bei denen eine akute Abhängigkeitserkrankung besteht.
Die Tagesklinik steht unter ärztlich-psychologischer Leitung. Im Team arbeiten ausgewiesene und erfahrene Berufsleute aus den Bereichen Psychiatrie, Psychotherapie, Psychiatriepflege, Ergotherapie, Musiktherapie und Sozialarbeit. Auf regelmässigen Fachaustausch und interdisziplinäre Zusammenarbeit wird grossen Wert gelegt.